Biografie
Mail On Sunday
Die aktuelle Biografie von Flo Rida kannst du hier auf der deutschsprachigen Webseite lesen.
In den USA ist der Mann zurzeit die definitive Number One. Wochenlang hielt sich der magische Track Low in den Billboard-Single-Charts, und auch ein näherer Blick lässt die Augenbrauen nach oben rücken: Schon Monate, bevor FLO RIDAs Album Mail On Sunday auf dem US-Markt erschien, katapultierte sich Low an die Pole-Position fast aller relevanten Charts: Top 40 Radio, Billboard Hot 100 und Hot Ring Masters, Soundscan Digital Song Charts, iTunes, Napster, Rhapsody, MySpace, MTV TRL, BET 106 & Park – alles, was irgendwie von Bedeutung für zeitgemäße Tracks ist, lag Low zu Füßen. Selbst Download-Giganten wie Gnarls Barkleys „Crazy“ oder James Blunts „You’re Beautiful“ stellte Low bereits in den Schatten. Und wirklich: Mit hypnotischer Kraft zieht der Track, der übrigens auch der Titeltrack des großartigen Dance-Movies „Step Up 2 The Streets“ ist, seine Bahnen durch Ohr und Körper.
Für sein Poe Boys/Atlantic-Debüt Mail On Sunday holte sich FLO RIDA hochkarätige Buddies ins Studio: Timbaland, The Runners und J.R. Rotem sorgten für Top-Sound, Lil’ Wayne unterstützte ihn auf Guns And Roses, Yung Joc veredelt den Partybreaker Furniture, in dem es darum geht, einen Club samt Mobiliar auseinanderzunehmen, und Timbaland himself macht Druck auf Elevator, das auch die nächste Single aus dem Album sein wird.
Aber FLO RIDA hat auch seine sensiblen Seiten, die er zum Beispiel in Showin’ Love zur Geltung kommen lässt, einem Track, auf dem er seinen Freunden und jenen, die nicht mehr am Leben sind, Tribut zollt. Auch All My Love reicht tief in die Seele des sonst so toughen FLO RIDAs hinein. Der Song beschreibt den Tod seiner geliebten Schwester: „Sie war eine große Inspiration für meine jetzige Situation“, erklärt er. „Ich weiß, dass sie mich liebte, aber ich habe jetzt keine Möglichkeit mehr, mit ihr zu sprechen, jetzt wo sie tot ist. Ich wusste, dass ich keine Wahl hatte, als ich meine Familie verließ, dass ich jeden Tag nutzen musste, um mich zu 100 Prozent auf die Musik zu konzentrieren.“
FLO RIDA wurde als einziger Sohn in eine Familie mit sieben Schwestern hineingeboren und wuchs in Carol City, Florida, als Tramar Dillard auf. Auch als seine Eltern sich trennten, stand er unter dem Einfluss seines als Musiker vielseitig talentierten Vaters, der ihm beibrachte, sich mit Musik auszudrücken. Einige seiner Schwestern gründeten sogar eine Gospelgruppe. Aber die Katastrophe kam, als eine seiner Schwestern an den Folgen einer schweren Bronchitis starb. „Als sie gestorben war, wachte ich plötzlich auf und wusste genau, was zu tun ist“, erinnert er sich. „Ich war der einzige Junge von sieben Kindern, alles Schwestern, die ohne ihren Vater aufwuchsen. Mir wurde klar, dass ich aus meinem Leben soviel herausholen musste wie möglich: Alle meine gottgegebenen Talente so einzusetzen, dass ich den anderen irgendetwas zurückgeben kann, von dem sie profitieren. Meine Mutter ist so stark, und ich habe sie für ihre Kraft immer bewundert. Und dafür, dass sie mir zeigte, dass mit Hingabe alles möglich ist, wenn man einen kühlen Kopf bewahrt.“
FLO war im neunten Schuljahr, als er in einer Band mit dem Namen The Groundhoggz zu rappen begann, und bis heute betrachtet er sich als Mitglied dieser Band. Zum Bandnamen erklärt er: „Ohne Basis hast Du keinen Boden, auf dem du stehen kannst. Nichts hält lange, wenn du es nicht von ganz unten aufbaust.“
The Groundhoggz hatten ihre ersten Erfolge Ende der Neunziger, verkauften Mixtapes und supporteten Acts wie Scarface. Dann bekam FLO ein Angebot, dass er nicht ablehnen konnte: Sein Schwager war der Hype-Man für Luke Skywalker von der 2 Live Crew, und mit 18 wurde FLO der Hype-Man für das 2 Live Crew-Member Fresh Kid Ice und ging mit ihnen auf eine US-weite Tournee.
Auf der Tour wurde DeVante Swing auf ihn aufmerksam, der früher in der R&B-Truppe Jodeci spielte. „Nach der Tour mit der 2 Live Crew hatte ich die Gelegenheit, mein Demo an DeVante zu geben. Er hörte es und wollte, dass ich am gleichen Tag noch nach LA flog. Da blieb ich dann drei Jahre lang.“ Aber auch mit der Unterstützung durch DeVante war LA ein hartes Pflaster: „Ich saß buchstäblich auf der Straße und promotete mich selbst“, so FLO RIDA. „Ich hatte immer die Energie, meine eigene Musik zu pushen, und die Leute helfen dir dann eher mal, weil sie merken, dass du es ernst meinst.“
Anfang 2006 verließ FLO LA wieder Richtung Miami, nachdem E-Class, Chef von Poe Boy Entertainment, ihn mehrfach kontaktiert hatte. Dieser hatte in Miami einen ziemlichen Buzz mit FLOs Demo kreiert und signte ihn auf Poe Boy, wenige Monate, bevor das Label einen Deal mit Atlantic Records unterzeichnete. „Das war der beste Moment in meinem Leben. Ich hatte jahrelang hart gearbeitet, ich hatte Jobs als Bauarbeiter und in einer Lagerhalle, und ich meine hier wirklich üble Jobs. Aber ich steckte meine Kohle immer in Musik, und das hat sich schließlich ausgezahlt.“
Das kann man wohl sagen, denn mit Low und dem Album Mail On Sunday hat FLO RIDA einen grandiosen Start hingelegt. Und er schaffte es sofort in den Mainstream. „Ich gehe mit allgemeingültigen Maßstäben an die Musik heran,“ erklärt er. „Nicht nur mit einem Neighborhood-Ansatz. Ich komme aus einer Nische, aber ich versuche Musik zu machen, zu der jeder einen Bezug finden kann.“

