Reviews
R.O.O.T.S (Route Of Overcoming The Struggle)
Mit seinem Megahit “Low” landete Flo Rida vergangenes Jahr einen Megahit – und etablierte sich zugleich neben Urban Music-Größen wie wie Akon, Rick Ross, Chris Brown und Ne-Yo im aktuellen Clubmusik-Geschehen. Flo Rida, das steht seitdem für sauber produzierte und gekonnt gerappte Club-Songs und Themen rund um Girls, Clubs und das Leben in der Hood. Richtig guter Party-HipHop eben.
Titel und Artwork seines neuen Albums verwirren daher zunächst ein wenig: “R.O.O.T.S. (Route Of Overcoming The Struggle)”, heißt es da, und auf dem Cover präsentiert sich Flo Rida mit entblößtem Oberkörper vor einer Mind-Map mit so großen Schlagwörtern wie “Überleben”, “Tod”, “Armut” und “Kampf”. Komisch, denkt man sich, hat sich Flo Rida plötzlich zum Conscious-Rapper á la NAS, KRS-One und Talib Kweli gewandelt?
Er hat es nicht, zum Glück. Denn Albumcover und Albumtitel trügen. Zwar gibt es auf der Platte “R.O.O.T.S.” einen gleichnamigen Song, auf dem der Rapper aus Florida sich mit seinen Wurzeln beschäftigt, mit seinem harten Weg zum Erfolg. „I came from the bottom of the slums“, rappt Flo Rida dort, und betont: „The bottom is so important!“. Das glaubt man ihm auch alles, schließlich ist Flo Rida ein glaubwürdiger Künstler, und so gut wie er rappt, glaubt man ihm erst recht. Aber sozialkritische Songs sind eben tatsächlich eher das Metier von NAS, KRS-One und Talib Kweli. Richtig gut ist Flo Rida in dem Bereich, in dem ihm mit „Low“ auch sein Durchbruch gelang – hochklassig produzierte Club-Hymnen. Und davon bietet “R.O.O.T.S.” glücklicherweise gleich einige. Die Single “Right Around” brach ja im Vorfeld der Albumveröffentlichung bereits sämtliche Download-Rekorde und ist bekannt, ebenfalls “Candy”, die zweite Single vom Album mit dem unschlagbar eingängigen "Blue (Da Ba Dee)"-Sample von Eiffel 65. Als weiteres Highlight kann “Jump” gelten, auf dem Nelly Furtado Schützenhilfe leistet. Über ein Instrumental, dass stark an Timbalands Hit “Cop Dat Shit” erinnert, laufen Flo Rida und Nelly Furtado gemeinsam zu Höchstleistungen auf. Überhaupt Stichwort “gemeinsam”: Mit seinen Feauture-Gästen hat Flo Rida auf “R.O.O.T.S.” ein gutes Händchen bewiesen. Neben Nelly Furtado kollaboriert der Rapper auf dem Album mit Pleasure P, Ne-Yo, Akon, Newcomerin Wynter sowie Altmeister Wyclef Jean. Der ist auf dem letzten Track mit von der Partie, “Rewind” heißt dieser. Und genau das möchte man gleich nach dem Track tun: Rewind, zurück zum Anfang, nochmal hören.
Ein gelungenes Album des 29-Jährigen. Nur die Sache mit dem Cover und dem Albumnamen sollte sich Flo Rida beim nächsten Mal vielleicht zweimal überlegen.
TRACKLIST
Finally Here
Jump feat. Nelly Furtado
Gotta Get It (Dancer)
Shone feat. Pleasure P
Right Round feat. Ke$ha
R.O.O.T.S.
Be On You feat. Ne-Yo
Mind On My Money
Available feat. Akon
Touch Me
Never
Sugar feat. Wynter
Rewind feat. Wyclef Jean